Kurz gesagt: Handy am Steuer kostet 100 Euro und einen Punkt. Wer dabei andere gefährdet, zahlt 150 Euro und bekommt zwei Punkte sowie einen Monat Fahrverbot; bei einem Sachschaden sind es 200 Euro. Radfahrende zahlen 55 Euro ohne Punkt, auf dem E-Scooter gilt der volle Pkw-Satz. Verboten ist nach § 23 Abs. 1a StVO nicht die Nutzung, sondern das Aufnehmen oder Halten des Geräts – in einer Halterung ist die Bedienung mit kurzer Blickzuwendung erlaubt. Die einzige Ausnahme: Das Fahrzeug steht und der Motor ist vollständig aus; die Start-Stopp-Automatik zählt ausdrücklich nicht. Gegen den Bußgeldbescheid bleiben zwei Wochen Einspruchsfrist (§ 67 OWiG).
Die Regelsätze gelten für den Erstverstoß bei fahrlässiger Begehung. Sie steigen, sobald eine Gefährdung oder ein Sachschaden hinzukommt – und bei Voreintragungen kann die Behörde nach oben abweichen.
| Verstoß | Bußgeld | Punkte | Fahrverbot | Prüfen |
|---|---|---|---|---|
| Handy oder anderes elektronisches Gerät als Fahrzeugführer genutzt | 100 € | 1 | – | Prüfen ** |
| … und dabei andere gefährdet | 150 € | 2 | 1 Monat | Prüfen ** |
| … und dabei einen Sachschaden verursacht | 200 € | 2 | 1 Monat | Prüfen ** |
| Blitzer-App oder Warngerät während der Fahrt genutzt | 75 € | 1 | – | Prüfen ** |
| Handy als Radfahrende genutzt | 55 € | – | – | Prüfen ** |
Der Wortlaut des § 23 Abs. 1a StVO wird fast immer verkürzt wiedergegeben. Verboten ist nicht, ein Handy während der Fahrt zu benutzen – verboten ist, es dafür aufzunehmen oder zu halten. Diese Unterscheidung entscheidet in der Praxis über fast jeden Fall.
Erfasst ist dabei jede Inanspruchnahme einer Gerätefunktion: das Lesen und Schreiben von Nachrichten, das Wechseln eines Musiktitels, das Ablesen der Uhrzeit, das Aufrufen einer App oder die Eingabe eines Navigationsziels. Auf den Zweck kommt es nicht an. Wer das Gerät dafür in die Hand nimmt, begeht den Verstoß – auch bei einem Blick von einer Sekunde.
Ebenso wenig kommt es auf das Gerät an. Die Vorschrift nennt neben Mobiltelefonen ausdrücklich Berührungsbildschirme, tragbare Flachrechner, Navigationsgeräte, Fernseher und Abspielgeräte. Damit fallen auch Tablets, E-Book-Reader und Diktiergeräte darunter. Nicht erfasst sind fest im Fahrzeug verbaute Systeme, weil sie weder aufgenommen noch gehalten werden.
Die Ahndung läuft über § 49 StVO und § 24 StVG; die Höhe ergibt sich aus der Bußgeldkatalog-Verordnung.
Aus der Formulierung des Verbots folgt umgekehrt, was zulässig ist – und das ist mehr, als viele annehmen:
Nach § 23 Abs. 1c StVO dürfen Fahrzeugführende kein Gerät betreiben oder betriebsbereit mitführen, das vor Verkehrsüberwachungsmaßnahmen warnt. Das schließt Blitzer-Apps ein – und zwar auch dann, wenn eine mitfahrende Person sie bedient. Der Regelsatz liegt bei 75 Euro und einem Punkt.
Das Verbot gilt nicht, wenn das Fahrzeug steht und bei Kraftfahrzeugen der Motor vollständig ausgeschaltet ist. Beide Voraussetzungen müssen zusammenkommen.
Entscheidend ist der zweite Halbsatz der Vorschrift: Die automatische Start-Stopp-Funktion gilt ausdrücklich nicht als Ausschalten des Motors. Wer an der roten Ampel zum Handy greift, weil der Motor gerade schweigt, begeht den Verstoß trotzdem. Das ist die häufigste und teuerste Fehlannahme zu dieser Regelung – und sie kursiert bis heute in zahlreichen Ratgebern falsch.
Praktisch bedeutet das: An der Ampel, im stehenden Stau und beim Halten in zweiter Reihe bleiben Sie Fahrzeugführer, und das Verbot gilt. Erst wer die Zündung abstellt, darf das Gerät nutzen – muss dann aber in der Lage bleiben, zügig wieder anzufahren. Wer ordnungsgemäß geparkt und den Motor abgestellt hat, führt kein Fahrzeug mehr; dort gilt das Verbot nicht.
Eine zweite Klarstellung betrifft Geräte am Kopf: Videobrillen und vergleichbare Bildschirme sind während der Fahrt untersagt – dort hilft auch keine Halterung.
Ob ein Verhalten erlaubt ist, hängt oft an Details. Zu den häufigsten Konstellationen haben wir jeweils eine eigene Seite mit Rechtsgrundlage, Ausnahme und Einspruchsansatz:
Ein Handyverstoß mit Punkt ist ein schwerwiegender A-Verstoß nach Anlage 12 zur Fahrerlaubnis-Verordnung. Für Fahranfänger bedeutet das: Schon der erste Verstoß führt neben Bußgeld und Punkt zur Verlängerung der Probezeit um zwei Jahre auf insgesamt vier sowie zur Anordnung eines Aufbauseminars. Wer daran nicht fristgerecht teilnimmt, verliert die Fahrerlaubnis – und zwar zwingend, nicht nach Ermessen.
Unabhängig von der Probezeit zählt der Punkt im Fahreignungsregister mit (§ 4 StVG). Bei acht Punkten ist die Fahrerlaubnis zu entziehen; wiederholte Verstöße innerhalb eines Jahres können zudem als beharrliche Pflichtverletzung gewertet werden und ein Fahrverbot nach sich ziehen, obwohl der einzelne Verstoß keines vorsieht.
Anders als bei Geschwindigkeitsverstößen gibt es hier in aller Regel kein Messgerät und kein Beweisfoto. Der Vorwurf beruht auf der unmittelbaren Beobachtung durch Polizeibeamte – aus einem Streifenwagen, aus einem zivilen Fahrzeug, von einer Brücke oder aus einem Bus, der die nötige Höhe bietet.
In einigen Bundesländern kommen zusätzlich Kamerasysteme zum Einsatz, die auffällige Handhaltungen erkennen; die Aufnahme wird anschließend von einer Person geprüft, bevor ein Verfahren eingeleitet wird.
Aus der Beweislage folgt die zentrale Schwäche des Vorwurfs. Der Bescheid muss erkennen lassen, wann und wo beobachtet wurde, aus welcher Position und über welchen Zeitraum. Fehlen diese Angaben oder sind sie widersprüchlich, ist das ein Ansatzpunkt.
Die Behörde teilt den Vorwurf mit und gibt Gelegenheit zur Äußerung. Verpflichtend sind nur die Angaben zur Person – zur Sache müssen Sie nichts sagen. Mehr: Anhörung im Bußgeldverfahren.
Steht die fahrende Person nicht fest, wird der Halter angeschrieben. Auch hier besteht keine Pflicht, sich selbst oder Angehörige zu belasten. Details: Zeugenfragebogen.
Er enthält Tatvorwurf, Tatzeit, Tatort, Rechtsgrundlage und Rechtsbehelfsbelehrung. Fehlen zwingende Angaben, kann das bereits die Wirksamkeit betreffen. Mehr: Bußgeldbescheid.
Die Frist läuft ab Zustellung (§ 67 OWiG). Eine Begründung ist nicht erforderlich – legen Sie fristwahrend ein und beantragen Sie Akteneinsicht.
Erst jetzt wird sichtbar, worauf der Vorwurf beruht: Protokoll, Beobachtungsvermerk, gegebenenfalls Aufnahmen. Die Begründung folgt danach.
Hilft die Behörde nicht ab, geht die Sache ans Amtsgericht. Dort werden die Beobachtungen der Beamten zur Beweisfrage – mit allen Unsicherheiten, die eine Wahrnehmung mit sich bringt.
Läuft die Frist ab, wird der Bescheid rechtskräftig und vollstreckbar – unabhängig davon, wie angreifbar er war. Warum das so endgültig wirkt, erklärt der Beitrag zur Macht der Rechtskraft.
Bei einem Handyverstoß ist die Erfolgsaussicht oft besser als bei einer Messung – schlicht deshalb, weil kein Gerät, sondern ein Mensch den Vorwurf trägt. Diese Konstellationen sind besonders prüfenswert:
Der Ablauf ist immer derselbe: fristwahrend einlegen, Akteneinsicht beantragen, danach begründen. Wer zuerst erklärt und dann recherchiert, liefert der Behörde häufig genau die Angaben, die ihr noch fehlten.
Ob der Vorwurf hält, entscheidet sich meist an der Beobachtungssituation: Blickwinkel, Entfernung und Dauer. Schildern Sie Ihren Fall im Bußgeld-Check – kostenlos, unverbindlich und in 60 Sekunden.
Check ausfüllen – unverbindlich & schnell →Fahrrad: § 23 Abs. 1a StVO gilt für alle Fahrzeugführenden, also auch beim Radfahren. Der Regelsatz liegt aber deutlich niedriger, und es wird kein Punkt eingetragen – der Verstoß taugt damit auch nicht als Grundlage für Probezeitmaßnahmen. Eine Lenkerhalterung mit kurzer Blickzuwendung ist zulässig.
E-Scooter: Elektrokleinstfahrzeuge sind Kraftfahrzeuge. Für sie gilt der volle Pkw-Satz einschließlich Punkt – nicht der günstigere Radfahrersatz. Wer den Scooter nimmt, um unterwegs erreichbar zu bleiben, sollte das wissen.
Motorrad: Dieselbe Vorschrift, derselbe Regelsatz. Zulässig bleibt eine fest im Helm verbaute Kommunikationsanlage, solange das Gerät selbst nicht in die Hand genommen wird. Am Kopf getragene Bildschirme sind dagegen untersagt.
Lkw: Der Bußgeldkatalog unterscheidet beim Handyverstoß nicht nach Fahrzeugart – es gelten dieselben Werte wie für den Pkw. Für Berufskraftfahrende wiegt der Punkt allerdings schwerer, weil die Fahrerlaubnis die Erwerbsgrundlage ist; zudem erlangt der Halter über den Bescheid Kenntnis.
Der Regelsatz liegt bei 100 Euro und einem Punkt im Fahreignungsregister. Wird dabei jemand gefährdet, sind es 150 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot; kommt es zu einem Sachschaden, 200 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot. Radfahrende zahlen 55 Euro ohne Punkt.
Nur wenn das Fahrzeug steht und der Motor vollständig ausgeschaltet ist. Die automatische Start-Stopp-Funktion gilt nach dem Wortlaut des § 23 Abs. 1a StVO ausdrücklich nicht als Ausschalten des Motors. Wer an der Ampel zum Handy greift, weil der Motor gerade schweigt, begeht den Verstoß trotzdem.
Nein. § 23 Abs. 1a StVO erfasst elektronische Geräte, die der Kommunikation, Information oder Organisation dienen. Die Vorschrift nennt ausdrücklich Berührungsbildschirme, tragbare Flachrechner, Navigationsgeräte, Fernseher und Abspielgeräte. Erfasst sind damit auch Tablets, E-Book-Reader und Diktiergeräte.
Das ist im Einzelfall umstritten. Der Wortlaut verlangt eine Benutzung des Geräts, bei der es aufgenommen oder gehalten wird. Wird eine Gerätefunktion genutzt, liegt ein Verstoß vor. Ob das reine Umlagern oder Aufheben ohne Nutzung genügt, wird unterschiedlich beurteilt – hier lohnt der Blick in die Akte.
Ja. Verboten ist das Aufnehmen und Halten, nicht die Bedienung als solche. Steckt das Gerät in einer Halterung, ist eine kurze, den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen angepasste Blickzuwendung zulässig. Eine feste Sekundenzahl nennt das Gesetz bewusst nicht.
Meist durch die unmittelbare Beobachtung von Polizeibeamten, in einigen Bundesländern zusätzlich durch Kamerasysteme. Ein Beweisfoto gibt es in der Regel nicht. Gerade bei der reinen Beobachtung sind Fehler möglich – das ist der häufigste Ansatzpunkt für einen Einspruch.
Zwei Wochen ab Zustellung des Bußgeldbescheids (§ 67 OWiG). Der Einspruch muss nicht begründet werden; sinnvoll ist, zunächst fristwahrend einzulegen und die Begründung nach Akteneinsicht nachzureichen. Bei unverschuldeter Fristversäumnis kommt eine Wiedereinsetzung nach § 52 OWiG in Betracht.
Ein Handyverstoß mit Punkt ist ein schwerwiegender A-Verstoß nach Anlage 12 zur FeV. Folge sind die Verlängerung der Probezeit um zwei Jahre auf insgesamt vier und die Anordnung eines Aufbauseminars. Wer daran nicht fristgerecht teilnimmt, verliert die Fahrerlaubnis.
Ja, und zwar mit dem vollen Satz: E-Scooter sind Kraftfahrzeuge. Es gelten 100 Euro und ein Punkt wie beim Pkw – nicht der niedrigere Radfahrersatz von 55 Euro.
Seit dem 1. Juli 2026 gilt für Verkehrsordnungswidrigkeiten eine Verfolgungsverjährung von sechs Monaten (§ 26 Abs. 3 StVG). Die Frist beginnt am Tattag und wird unter anderem durch den Anhörungsbogen und den Bußgeldbescheid unterbrochen.
Hinweis: Stand der Informationen: 19.09.2026. Diese Seite dient der allgemeinen Information und ist keine Rechtsberatung; JUSORA erbringt keine Rechtsdienstleistungen. Die genannten Beträge sind Regelsätze für den Erstverstoß bei fahrlässiger Begehung; Voreintragungen, Gefährdung oder Sachschaden führen zu abweichenden Folgen. In Einzelfragen ist die Rechtsprechung uneinheitlich – maßgeblich sind die Umstände Ihres Falls und die Angaben in Ihrem Bußgeldbescheid.