Über die genauen Einnahmen aus Geschwindigkeitskontrollen hüllen sich viele deutsche Stadtverwaltungen in Schweigen – dabei ist Transparenz ein hohes Gut im Rechtsstaat. Licht ins Dunkel bringt die jährliche Umfrage der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV): Für das Jahr 2025 wurden 126 deutsche Städte nach ihren Einnahmen aus Geschwindigkeits- und Rotlichtverstößen gefragt. Nur rund die Hälfte antwortete – doch allein die 63 teilnehmenden Städte kamen zusammen auf Einnahmen von über 271 Millionen Euro. 35 von ihnen knackten die Millionen-Marke. Die Ergebnisse zeigen massive Unterschiede in der kommunalen „Blitz-Philosophie“ – und sie zeigen, wo Autofahrer besonders schnell zur Kasse gebeten werden.
Die Blitzer-Einnahmen der Städte steigen – doch längst nicht jede Messung hält einer Überprüfung stand. Ob Anhörungsbogen oder finaler Bescheid: Prüfen Sie Ihre rechtlichen Möglichkeiten, bevor Sie zahlen.
Zum Bußgeld-CheckDie Hansestadt bleibt Deutschlands Blitzer-Hauptstadt: Mit 41,8 Millionen Euro führt Hamburg das Ranking 2025 erneut an und erhält vom DAV zum wiederholten Mal den „Goldenen Blitzer“ – die symbolische Auszeichnung für die höchsten Einnahmen. Bemerkenswert dabei: Hamburg verzeichnete mit einem Minus von 5,2 Millionen Euro gegenüber 2024 (damals rund 47 Millionen Euro) den stärksten Rückgang aller Teilnehmer – und liegt trotzdem unangefochten vorn.
Der eigentliche Aufsteiger heißt Berlin: Die Hauptstadt steigerte ihre Einnahmen um 4,4 Millionen auf 37,9 Millionen Euro – der größte Zuwachs im gesamten Ranking. Sollte sich der Trend fortsetzen, könnte der „Goldene Blitzer“ im kommenden Jahr erstmals an die Spree wandern. Dahinter folgen mit deutlichem Abstand Düsseldorf (17,6 Mio. €) und Stuttgart (16,9 Mio. €) – und mit Bielefeld (11,2 Mio. €) und Oberhausen (10 Mio. €) zwei Städte, die gemessen an ihrer Größe überraschend weit oben stehen.
Einnahmen aus Geschwindigkeits- und Rotlichtverstößen laut DAV-Umfrage (Selbstauskunft der Städte, Kalenderjahr 2025). Die Balken zeigen das Verhältnis zum Spitzenreiter:
Auswahl der veröffentlichten Werte; daneben meldeten u. a. Witten, Rheine, Erlangen, Koblenz, Neuss und Neumünster Einnahmen zwischen rund 209.000 und 984.000 €. Auch Karlsruhe zählt zu den Millionären im Südwesten. Quelle: DAV-Umfrage 2025, Selbstauskunft der Städte – vollständige Belege im Quellenverzeichnis.
Die absolute Einnahmensumme erzählt nur die halbe Geschichte – entscheidend für das persönliche „Blitz-Risiko“ ist die Dichte der Messanlagen. Setzt man die Zahl der Blitzer ins Verhältnis zur Straßenfläche, führen nicht die Millionen-Metropolen, sondern mittelgroße Städte das Feld an: In der letzten großen Dichte-Auswertung (Datenbasis 2023/2024) lagen Freiburg (rund 35 Blitzer je 1.000 Hektar Straßenfläche) und Wiesbaden (rund 34) klar vorn, gefolgt von Hannover. Hamburg kam trotz seiner 56 stationären Anlagen „nur“ auf gut 10 – die Hansestadt ist schlicht groß. Und noch eine Verhältniszahl macht das Gefälle greifbar: In Karlsruhe entsprechen die jährlichen Bußgeld-Einnahmen umgerechnet rund 92 Euro pro gemeldetem Pkw – einer der höchsten Werte bundesweit. Wo genau die Anlagen stehen, zeigt unsere Blitzer-Datenbank mit Standort, Messgerät und Tempolimit.
So aufschlussreich die Zahlen sind, so lückenhaft bleiben sie: Von 126 angefragten Städten beantwortete nur rund die Hälfte die DAV-Umfrage – und der Trend zur Zurückhaltung verstärkt sich seit Jahren. Der DAV wertet das als Offenbarungseid: Während Autofahrer zunehmend zur Kasse gebeten würden, werde es für die Städte offenbar immer unbequemer offenzulegen, wie hoch die Einnahmen tatsächlich ausfallen. Damit bleibt die zentrale Frage der Debatte unbeantwortet: Dienen die Kontrollen primär der Verkehrssicherheit – oder auch der Haushaltssanierung? Fest steht: Die Einnahmen verbleiben nach Angaben der Städte vollständig bei den jeweiligen Kommunen, eine Zweckbindung für Verkehrssicherheitsprojekte gibt es nicht.
Wenn der Zeugenfragebogen oder Anhörungsbogen im Briefkasten liegt, entscheiden die ersten Schritte über den Ausgang des Verfahrens:
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1. t-online: Blitzer – diese Städte erwirtschaften mit Rasern Millionen-Einnahmen (DAV-Umfrage 2025)
2. Schwäbische Zeitung: Städte in Baden-Württemberg machen Millionen mit ihren Blitzern
3. Ludwigsburg24: Ludwigsburgs Blitzer-Bilanz 2025
5. Autozeitung: Blitzer-Bestand in Deutschland (rund 6.200 Geräte, Stand 2025)
Hinweis zur Datenlage: Alle Einnahmen-Angaben beruhen auf der freiwilligen Selbstauskunft der Städte im Rahmen der DAV-Umfrage (Kalenderjahr 2025) sowie den verlinkten Veröffentlichungen; nicht teilnehmende Städte fehlen im Ranking. Wir aktualisieren diesen Beitrag, sobald die nächste Erhebung erscheint.
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