Ein Konflikt am Arbeitsplatz ist nervenaufreibend. Wir haben die häufigsten Fragen aus der Praxis für Sie zusammengefasst, um Licht ins Dunkel der Paragraphen zu bringen. Finden Sie hier schnelle Antworten zu Ihren Rechten und Pflichten.
Das Arbeitsrecht dient primär dem Schutz des Arbeitnehmers. Warum? Weil dieser gegenüber dem Arbeitgeber wirtschaftlich meist in der schwächeren Position ist. Es sichert Mindeststandards bei Urlaub, Lohnfortzahlung und Kündigungsschutz.
Im Arbeitsrecht verjähren Ansprüche oft schneller als im allgemeinen Zivilrecht. Wer zum Beispiel nach einer Kündigung nicht innerhalb von drei Wochen handelt, verliert fast immer jegliche Chance auf eine Abfindung oder den Erhalt des Jobs. Man spricht hier von einer materiellen Präklusionsfrist.
Zwar ist ein mündlicher Vertrag grundsätzlich gültig, doch im Streitfall fehlt die Beweiskraft. Weshalb steht dort detailliert, was ich verdiene? Damit bei Unstimmigkeiten über Überstunden oder Sonderzahlungen klar ist, was vereinbart wurde. Achten Sie im Vertrag besonders auf Ausschlussfristen – diese begrenzen, wie lange Sie rückwirkend Geld einfordern können.
In der Regel dauert die Probezeit sechs Monate. Weshalb das so ist? In dieser Zeit soll geprüft werden, ob beide Parteien zueinander passen. In dieser Phase kann das Arbeitsverhältnis mit einer kurzen Frist von zwei Wochen gekündigt werden, und der allgemeine Kündigungsschutz greift meist erst nach Ablauf der sechs Monate.
Die Abmahnung hat eine Warnfunktion. Sie rügt ein konkretes Fehlverhalten und macht deutlich, dass im Wiederholungsfall die Kündigung droht. Ohne vorherige einschlägige Abmahnung ist eine verhaltensbedingte Kündigung vor dem Arbeitsgericht oft kaum durchzusetzen.
Wer schweigt, akzeptiert im Zweifel die Darstellung des Arbeitgebers. Eine unberechtigte Abmahnung sollte korrigiert oder entfernt werden, da sie die Basis für eine spätere Entlassung bilden kann. Eine Gegendarstellung zur Personalakte ist hier oft der erste wichtige Schritt.
Dies ist der häufigste Fehler in der Praxis: Ein Arbeitnehmer wartet zu lange. Wer eine Kündigungsschutzklage einreichen will, hat ab Zugang der Kündigung exakt 21 Tage Zeit. Danach gilt die Kündigung als wirksam – egal, wie offensichtlich fehlerhaft sie war.
Entgegen der landläufigen Meinung gibt es meist keinen gesetzlichen Anspruch auf eine Abfindung. Weshalb zahlen Firmen trotzdem? Meist geschieht dies im Rahmen eines Vergleichs vor dem Arbeitsgericht, um einen langwierigen Prozess zu beenden und rechtssicher getrennte Wege zu gehen.
Diese Informationen basieren auf dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB), dem Kündigungsschutzgesetz (KSchG) und der Gewerbeordnung (GewO). Stand Mai 2026.
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