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Der Befristungs-Check: § 14 TzBfG

Der Befristungs-Check: § 14 TzBfG
TzBfG § 14

Was gilt bei einer Befristung im Arbeitsrecht? Erfahren Sie alles über sachliche Gründe die sachgrundlose Befristung sowie wichtige Fristen und Formvorschriften.

Systematik des § 14 TzBfG: Eine Einordnung

Ist ein befristeter Arbeitsvertrag der Regelfall?

Nein, das deutsche Arbeitsrecht sieht das unbefristete Arbeitsverhältnis als Standard vor. Eine Befristung ist rechtlich eine Ausnahme und bedarf immer einer gesetzlichen Grundlage nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG).

Welche Arten der Befristung gibt es?

Man unterscheidet primär zwei Wege: Die Befristung mit sachlichem Grund (z.B. Vertretung) und die Befristung ohne Sachgrund, die jedoch an extrem strenge zeitliche Grenzen gebunden ist. Warum das so ist? Um zu verhindern, dass Arbeitnehmer dauerhaft ohne Kündigungsschutz beschäftigt werden.

Befristung mit Sachgrund: Die legitimen Ausnahmen

Eine Befristung mit Sachgrund ist nach § 14 Abs. 1 TzBfG zulässig, wenn ein konkreter rechtfertigender Grund vorliegt. Hier sind die häufigsten Szenarien:

Grund 1
Vertretung: Sie ersetzen einen Kollegen, der z.B. in Elternzeit oder langfristig erkrankt ist. Die Befristung endet oft mit der Rückkehr der Stammkraft.
Grund 2
Vorübergehender Bedarf: Ein zeitlich begrenztes Projekt oder eine saisonale Auftragsspitze rechtfertigt die Befristung.

Sachgrundlose Befristung: Strenge Zeitgrenzen

Wie lange darf ein Vertrag ohne Sachgrund befristet sein?

Maximal 24 Monate. Innerhalb dieser zwei Jahre darf der Vertrag höchstens dreimal verlängert werden. Weshalb das wichtig ist? Weil jede Abweichung (z.B. eine vierte Verlängerung oder 25 Monate Gesamtdauer) die Befristung sofort unwirksam macht.

Was ist das Zuvorbeschäftigungsverbot?

Eine sachgrundlose Befristung ist unzulässig, wenn Sie bereits zuvor bei demselben Arbeitgeber beschäftigt waren. Dabei ist es egal, wie lange das her ist oder ob es eine völlig andere Tätigkeit war.

JUSORA Befristungs-Check

Prüfen Sie hier die Zulässigkeit einer sachgrundlosen Befristung:

Schriftform: Der formale Stolperstein

Achtung: Mündliche Absprachen sind wertlos

Wussten Sie, dass die Befristung vor Arbeitsbeginn schriftlich unterschrieben sein muss? Wenn Sie am ersten Tag die Arbeit aufnehmen, ohne den Vertrag unterschrieben zu haben, und erst mittags unterschreiben, haben Sie bereits ein unbefristetes Arbeitsverhältnis durch "konkludentes Handeln" begründet. Die Befristung ist dann unwirksam!

Entfristungsklage: So wehren Sie sich

Haben Sie den Verdacht, dass Ihre Befristung unwirksam ist? Dann müssen Sie strategisch vorgehen. Der Gesetzgeber lässt Ihnen hier nur ein sehr kurzes Zeitfenster.

Der Weg zur Entfristung

1
Vertrag prüfen Liegt ein Sachgrund vor? Wurden die 24 Monate überschritten? Gab es mehr als 3 Verlängerungen? Dokumentieren Sie den genauen Ablauf des Vertragsschlusses.
2
Die 3-Wochen-Frist (Klage) Wichtig: Die Entfristungsklage muss spätestens drei Wochen nach dem vereinbarten Ende des Vertrags beim Arbeitsgericht eingereicht werden.
3
Ziel: Festanstellung oder Abfindung Ist die Befristung unwirksam, besteht das Arbeitsverhältnis unbefristet fort. Oft endet ein solcher Prozess jedoch mit einem Vergleich und einer attraktiven Abfindung.

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Quellen & Rechtliche Grundlagen

Haftungsausschluss: Dieser Artikel wurde mit größter Sorgfalt erstellt, stellt jedoch keine Rechtsberatung dar. JUSORA bietet keine juristischen Dienstleistungen an.




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Christian Hollmann

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Christian Hollmann ist Mitgründer von JUSORA® und seit 2005 im Aufbau von komplexen Informationsstrukturen tätig. Mit langjähriger Erfahrung in der Erstellung juristischer Inhalte für Kanzleien bereitet er Rechtsthemen klar, strukturiert und leserfreundlich auf.

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