Kurz gesagt: Punkte in Flensburg verfallen nach einer festen Frist: 2,5 Jahre bei einem Punkt, 5 Jahre bei zwei, 10 Jahre bei drei Punkten (§ 29 StVG). Jeder Eintrag verjährt für sich allein – ein neuer Verstoß verlängert die Frist der alten nicht mehr. Die Uhr läuft ab der Rechtskraft, nicht ab dem Tattag. Danach folgt ein Jahr Überliegefrist, in der der Punkt zwar nicht mehr zählt, aber behördenintern gespeichert bleibt. Für die Frage, welche Maßnahme bei Ihrem Punktestand greift, gilt dagegen der Tattag – deshalb kann eine Ermahnung auch dann kommen, wenn der alte Punkt zwischenzeitlich getilgt wurde.
Wer geblitzt wurde oder mit dem Handy am Steuer erwischt wird, ärgert sich nicht nur über das Bußgeld. Oft wiegen die Punkte im Fahreignungsregister (FAER) schwerer. Bei acht Punkten ist die Fahrerlaubnis weg. Entsprechend häufig lautet die Frage: Wann verfallen meine Punkte in Flensburg wieder?
Die Berechnung der Tilgungsfrist ist wenig intuitiv. Je nach Schwere des Verstoßes gelten unterschiedliche Fristen, und die Überliegefrist sorgt zusätzlich für Verwirrung: Punkte zählen nicht mehr, sind aber noch gespeichert. Der Punkteverfall-Rechner unten nimmt Ihnen das Rechnen ab. Er zeigt außerdem, welche Maßnahmenstufe bei Ihrem aktuellen Punktestand gilt – und ob sich ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid lohnt, damit der Punkt gar nicht erst entsteht.
Ein Messfehler, eine lückenhafte Dokumentation oder eine unklare Fahreridentifikation: Viele Bußgeldbescheide sind angreifbar. Rechtsanwalt Yves Junker, Fachanwalt für Verkehrsrecht, prüft Ihren Fall, bevor der Punkt rechtskräftig wird. Die Ersteinschätzung ist kostenlos und unverbindlich.
KI-generiertes Symbolbild
Der Rechner zeigt zweierlei: wann der einzelne Eintrag getilgt wird – und welche Maßnahme bei Ihrem aktuellen Punktestand gilt. Für die Tilgung brauchen Sie das Datum der Rechtskraft; es steht auf dem Bußgeldbescheid und liegt in der Regel rund 14 Tage nach der Zustellung, sofern kein Einspruch eingelegt wurde.
Seit der Reform des Punktesystems gelten feste, voneinander unabhängige Tilgungsfristen. Ein neuer Punkt verlängert die Verjährung älterer Punkte nicht mehr – jeder Verstoß verjährt für sich allein. Wie lange ein Eintrag bleibt, hängt vom Gewicht des Verstoßes ab:
Schwere Ordnungswidrigkeit – etwa Handy am Steuer oder 22 km/h zu schnell innerorts.
endgültig gelöscht nach 3,5 Jahren
Besonders schwere Ordnungswidrigkeit – etwa ein qualifizierter Rotlichtverstoß oder ab 31 km/h zu schnell innerorts mit Fahrverbot.
endgültig gelöscht nach 6 Jahren
Straftat mit Entziehung der Fahrerlaubnis – etwa Unfallflucht oder Alkohol am Steuer.
endgültig gelöscht nach 11 Jahren
Früher hemmte ein neuer Verstoß die Löschung älterer Punkte – man geriet schnell in eine Spirale. Heute gilt: Ist die Frist von 2,5, 5 oder 10 Jahren abgelaufen, wird der Eintrag getilgt, unabhängig davon, was in der Zwischenzeit passiert ist.
Ein verbreiteter Rechenfehler: Viele gehen davon aus, die Tilgungsfrist beginne am Tag des Verstoßes. Das ist nicht der Fall. Die Uhr läuft erst ab der Rechtskraft des Bescheids.
Die Rechtskraft tritt in der Regel zwei Wochen nach der Zustellung des Bußgeldbescheids ein, sofern kein Einspruch eingeht. Wer sofort zahlt, beschleunigt das nicht. Wer dagegen Einspruch einlegt und vor Gericht geht, verschiebt den Fristbeginn nach hinten – auf das Datum der gerichtlichen Entscheidung. Was das für den Einspruch bedeutet, steht im Beitrag zur Verjährung beim Blitzer.
Hier liegt die eigentliche Tücke des Systems: Für die Tilgung zählt die Rechtskraft – für die Maßnahmen der Behörde zählt dagegen der Tattag (§ 4 Abs. 5 StVG).
Maßgeblich ist also, wie viele Punkte am Tag des neuen Verstoßes eingetragen waren, nicht wie viele es sind, wenn die Behörde Monate später entscheidet. Das erklärt zwei Dinge, die sonst widersprüchlich wirken:
Welche Maßnahme bei welchem Stand greift und wie die Stufen aufeinander aufbauen, zeigt die Übersicht zu den Punkten in Flensburg.
Nach Ablauf der Tilgungsfrist verschwindet der Eintrag nicht sofort aus der Akte. Er bleibt ein weiteres Jahr behördenintern gespeichert. Der Rechner oben weist dieses zweite Datum mit aus.
Ein Beispiel: Sie haben sieben Punkte. Ein Punkt würde am 10. Mai verfallen. Am 5. Mai werden Sie erneut geblitzt – das wäre der achte Punkt und damit die Entziehung. Bis die Behörde den Verstoß vom 5. Mai bearbeitet hat, ist der alte Punkt längst getilgt. Über die Überliegefrist lässt sich trotzdem nachvollziehen, dass Sie am Tattag acht gültige Punkte hatten. Erst nach diesem Zusatzjahr wird der Eintrag endgültig gelöscht.
Wer sich der Acht-Punkte-Grenze nähert, muss nicht abwarten, bis die Fristen ablaufen. Bei einem Stand von 1 bis 5 Punkten können Sie einmal in fünf Jahren freiwillig an einem Fahreignungsseminar teilnehmen (§ 4a StVG).
Die erfolgreiche Teilnahme bringt genau einen Punkt Abzug. Ab sechs Punkten ist die Teilnahme weiterhin möglich und wird von der Behörde auch empfohlen – ein Punkteabzug findet dann aber nicht mehr statt. Das Seminar kostet je nach Anbieter rund 400 bis 500 Euro und besteht aus einem verkehrspädagogischen und einem verkehrspsychologischen Teil.
Die Tilgung ist die eine Hälfte der Rechnung, der aktuelle Stand die andere. Diese vier Stufen sieht das Gesetz vor:
Überspringt jemand eine Stufe, weil mehrere Verstöße gleichzeitig eingetragen werden, wird er auf den oberen Wert der übersprungenen Stufe zurückgestuft (§ 4 Abs. 6 StVG). Die Maßnahme wird also nachgeholt, statt sie zu überspringen.
Bei acht Punkten wird die Fahrerlaubnis entzogen. Lassen Sie es nicht so weit kommen: Rechtsanwalt Yves Junker, Fachanwalt für Verkehrsrecht, sieht sich Messung und Bescheid an. Die Ersteinschätzung ist kostenlos und unverbindlich.
KI-generiertes Symbolbild
Hinweis: Dieser Beitrag bietet eine erste Orientierung und ersetzt keine anwaltliche Prüfung im Einzelfall. Verbindlich ist allein die Auskunft des Kraftfahrt-Bundesamts.
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