Kurz gesagt: Für Auto und E-Scooter gelten dieselben Grenzen: ab 0,5 Promille Ordnungswidrigkeit (500 €, 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot), ab 1,1 Promille Straftat mit Entziehung der Fahrerlaubnis, ab 1,6 Promille zwingend MPU – und schon ab 0,3 Promille Straftat, wenn Ausfallerscheinungen oder ein Unfall hinzukommen. Auf dem Fahrrad gibt es keine 0,5-Grenze; strafbar wird die Fahrt ab 1,6 Promille oder ab 0,3 mit Auffälligkeiten. Fahranfänger und unter 21 dürfen mit Auto und E-Scooter 0,0 Promille haben. Was Ihr konkreter Wert bedeutet: Promille am Steuer – alle Werte.
Wer Alkohol getrunken hat und sich danach auf ein Fahrzeug setzt, riskiert nicht nur seine Sicherheit, sondern auch seinen Führerschein – und zwar auch dann, wenn das Fahrzeug gar keinen Führerschein braucht. Das Gesetz unterscheidet nach der Art des Fahrzeugs und dem Grad der Alkoholisierung: Für Kraftfahrzeuge greifen klare Grenzwerte ab 0,5 Promille, für Fahrräder gilt eine höhere Schwelle, für Fahranfänger die Null. Die Frage, die bei Kontrollen am häufigsten falsch beantwortet wird, ist die nach dem E-Scooter: Er zählt als Kraftfahrzeug, mit allen Folgen für den Autoführerschein.
Dazu kommt die Unterscheidung zwischen Ordnungswidrigkeit und Straftat. Wer mit 0,5 Promille im Auto unauffällig fährt, zahlt ein Bußgeld und bekommt ein Fahrverbot, nach dem der Führerschein automatisch zurückkommt. Wer mit 0,3 Promille Schlangenlinien fährt, begeht bereits eine Straftat nach § 316 StGB – mit Entziehung der Fahrerlaubnis und Sperrfrist. Der Unterschied liegt also nicht nur in der Zahl, sondern in der Frage, ob Ausfallerscheinungen dokumentiert sind.
Fachanwalt für Verkehrsrecht Yves Junker (ADAC-Vertragsanwalt) gibt Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung, ob Blutentnahme, Messung und Rückrechnung angreifbar sind und wie sich Fahrverbot oder Sperrfrist verkürzen lassen. Kostenlos und unverbindlich.
Kostenlose Ersteinschätzung anfordern →Hier passieren die meisten Fehler. Viele leihen sich nach einer Party einen E-Scooter und glauben, es gälten die lockeren Regeln des Fahrrads. Das ist falsch: Ein E-Scooter ist rechtlich ein Kraftfahrzeug (Elektrokleinstfahrzeug nach der eKFV), und damit gelten exakt dieselben Promillegrenzen wie im Pkw. Wer mit 0,5 Promille auf dem E-Scooter erwischt wird, begeht eine Ordnungswidrigkeit – 500 € Bußgeld, zwei Punkte, ein Monat Fahrverbot. Ab 1,1 Promille ist die Fahrt eine Straftat, und die Fahrerlaubnis für das Auto wird entzogen – auch wenn man nur auf dem Roller stand. Die Gerichte sind hier eindeutig, weil der E-Scooter im Verkehr dieselben Gefahren birgt wie ein Motorroller.
Beim Fahrrad ist das Gesetz großzügiger: Die 0,5-Promille-Grenze des § 24a StVG gilt nur für Kraftfahrzeuge, und die absolute Fahruntüchtigkeit beginnt für Radfahrer erst bei 1,6 Promille. Aber Vorsicht: Auch Radfahrer begehen ab 0,3 Promille eine Straftat, wenn sie auffällig fahren oder einen Unfall verursachen – und wer mit 1,6 Promille auf dem Rad erwischt wird, bekommt zwar keine Sperrfrist vom Gericht, muss aber mit einer MPU-Anordnung durch die Fahrerlaubnisbehörde für den Autoführerschein rechnen.
Für Autofahrer ist das Gesetz in vier Stufen gestaffelt. Bis 0,5 Promille bleibt eine unauffällige Fahrt folgenlos; ab 0,5 Promille ist sie eine Ordnungswidrigkeit nach § 24a StVG – beim ersten Mal 500 €, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot, bei Wiederholung 1.000 bzw. 1.500 € und drei Monate. Ab 1,1 Promille beginnt die absolute Fahruntüchtigkeit: Die Fahrt ist immer eine Straftat nach § 316 StGB, unabhängig von der Fahrweise, und zieht ein Strafverfahren mit Geldstrafe (typisch 30 bis 60 Tagessätze), Entziehung der Fahrerlaubnis und Sperrfrist von meist sechs bis zwölf Monaten nach sich. Ab 1,6 Promille kommt die MPU zwingend hinzu. Für jeden Wert haben wir die Rechtslage auf einer eigenen Seite aufbereitet:
| Promille | Auto & E-Scooter | Fahrrad | Details |
|---|---|---|---|
| 0,0 | Probezeit / unter 21 250 €, 1 Punkt, Aufbauseminar (§ 24c StVG) | keine 0,0-Regel | A-Verstoß → |
| 0,3 | Straftat bei Ausfällen relative Fahruntüchtigkeit, § 316 StGB | ebenso Straftat bei Ausfällen oder Unfall | 0,3 Promille → |
| 0,5 | Ordnungswidrigkeit 500 €, 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot (§ 24a StVG) | in der Regel erlaubt | 0,5 Promille → |
| 1,1 | Straftat absolute Fahruntüchtigkeit: Entziehung der Fahrerlaubnis, Sperrfrist, 3 Punkte | noch keine absolute Fahruntüchtigkeit | 1,1 Promille → |
| 1,6 | Straftat + MPU MPU vor jeder Neuerteilung (§ 13 FeV) | jetzt auch auf dem Rad Straftat; MPU-Anordnung droht | 1,6 Promille → |
E-Scooter sind Kraftfahrzeuge (Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung) – es gelten dieselben Regeln wie im Auto. Sanktionen für Ersttäter ohne Unfall; bei Gefährdung oder Unfall greift § 315c StGB.
Diesen Bereich nennt man relative Fahruntüchtigkeit. Der Wert von 0,3 Promille allein ist nicht strafbar. Kommt aber ein alkoholtypischer Fahrfehler hinzu – Rotlicht missachtet, zu dichtes Auffahren, Schlangenlinien, verzögerte Reaktion oder ein Unfall –, geht die Justiz davon aus, dass der Alkohol ursächlich war. Die Folge ist ein Verfahren wegen Trunkenheit im Verkehr (§ 316 StGB) mit Geldstrafe, Entziehung der Fahrerlaubnis und einer Sperrfrist von mehreren Monaten. Der Paragraph gilt für alle Verkehrsteilnehmer – auch für Radfahrer. Genau deshalb ist die Frage, ob die dokumentierten "Ausfallerscheinungen" wirklich alkoholbedingt waren, der zentrale Punkt der Verteidigung: Müdigkeit, Nervosität in der Kontrolle oder ein technischer Fahrfehler sind keine. Details: 0,3 Promille, 0,4 Promille.
Für junge Fahrer ist die Toleranz null. Nach § 24c StVG dürfen Fahranfänger in der Probezeit und Personen unter 21 Jahren beim Führen eines Kraftfahrzeugs keinen Alkohol im Blut haben: 250 € Bußgeld, ein Punkt, ein A-Verstoß mit Verlängerung der Probezeit um zwei Jahre und ein Aufbauseminar. Da der E-Scooter ein Kraftfahrzeug ist, gilt die 0,0-Grenze auch dort – ein Bier reicht. Ab 0,5 Promille kommen die allgemeinen Sanktionen hinzu, ab 0,3 mit Auffälligkeiten die Straftat. Auf dem Fahrrad gilt die 0,0-Regel dagegen nicht.
Beim Fahrrad mit Motor kommt es auf die Bauart an. Ein Pedelec, das nur beim Treten bis 25 km/h unterstützt, gilt rechtlich als Fahrrad – Promillegrenzen wie beim Rad, keine 0,5-Grenze, keine 0,0-Regel. Ein S-Pedelec mit Unterstützung bis 45 km/h und ein E-Bike, das ohne Treten fährt, sind Kraftfahrzeuge: Hier gelten die Regeln für Auto und E-Scooter, einschließlich der Entziehung der Fahrerlaubnis ab 1,1 Promille. Wer unsicher ist, was er fährt: Braucht das Fahrzeug ein Versicherungskennzeichen, ist es ein Kraftfahrzeug.
Schildern Sie den Fall in 60 Sekunden – Fachanwalt für Verkehrsrecht Yves Junker gibt Ihnen eine kostenlose, unverbindliche Ersteinschätzung zu Akte, Sperrfrist und Ihren Optionen. Bundesweit.
Check ausfüllen – unverbindlich & schnell →Die medizinisch-psychologische Untersuchung ist keine Strafe, sondern eine Maßnahme der Fahrerlaubnisbehörde bei Zweifeln an der Eignung. Sie wird angeordnet:
Bei einer Straftat entzieht das Gericht die Fahrerlaubnis (§ 69 StGB) und setzt eine Sperrfrist von sechs Monaten bis fünf Jahren fest (§ 69a StGB); bei Ersttätern um 1,1 Promille sind neun bis zwölf Monate üblich, die Zeit der vorläufigen Entziehung wird angerechnet. Die Sperre lässt sich durch nachgewiesene Abstinenz und verkehrspsychologische Maßnahmen verkürzen. Punkte: zwei für die Ordnungswidrigkeit (Tilgung nach 5 Jahren), drei für die Straftat (Tilgung nach 10 Jahren) – Punkteverfall-Rechner.
Ein positiver Alkoholtest bedeutet nicht automatisch den Verlust des Führerscheins. In der anwaltlichen Praxis ergeben sich regelmäßig Ansatzpunkte: War das Atemalkoholgerät geeicht, wurden Wartezeit und Doppelmessung eingehalten – und ist die Atemmessung überhaupt verwertbar, denn für eine Straftat ist sie es nicht? Wurde die Blutentnahme ordnungsgemäß angeordnet und dokumentiert (§ 81a StPO)? Stimmt die Rückrechnung auf den Fahrzeitpunkt, wurde ein Nachtrunk berücksichtigt, sind die "Ausfallerscheinungen" im Protokoll wirklich alkoholtypisch? Gerade bei Werten knapp über einer Grenze – 1,09 statt 1,1, 0,49 statt 0,5 – entscheiden solche Details darüber, ob aus der Straftat eine Ordnungswidrigkeit wird oder aus dem Bußgeld gar nichts. Und wo die Messung hält, geht es um die Sperrfrist und das Fahrverbot: Ersttäter können das Fahrverbot innerhalb von vier Monaten nach Rechtskraft antreten, die Sperrfrist lässt sich mit Abstinenznachweisen verkürzen. Die wichtigste Regel gilt vor allem anderen: keine Angaben zum Trinkverhalten, nicht an der Straße, nicht auf dem Anhörungsbogen – erst Akteneinsicht.
– Anzeige –Verantwortlicher für die Erhebung auf dieser Seite:
Jusora – Ihr gutes Recht, ein Geschäftsbereich der Leadsleader Marketing UG (haftungsbeschränkt), Erkrather Str. 401, E-Mail: info | at | jusora.de
Zweck: Weiterleitung Ihrer Anfrage an den benannten Partneranwalt zur kostenlosen Ersteinschätzung und ggf. anschließenden Mandatsanbahnung.
Empfänger: Rechtsanwalt Yves Junker LL.M., bussgeldexperte.org (eigener Verantwortlicher i.S.d. DSGVO).
Rechtsgrundlagen: Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO (Einwilligung zur Weitergabe); bei Mandatsanbahnung zusätzlich Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO.
Speicherdauer: bei jusora.de bis zur Weiterleitung und abschließenden Bearbeitung Ihrer Anfrage; beim Partneranwalt gemäß dessen Vorgaben/Aufbewahrungsfristen.
Ihre Rechte: Auskunft, Berichtigung, Löschung, Einschränkung, Datenübertragbarkeit, Widerruf erteilter Einwilligungen (mit Wirkung für die Zukunft), Beschwerde bei einer Aufsichtsbehörde.
Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einen Führerschein braucht der E-Scooter nicht, nur ein Mindestalter von 14 Jahren und ein Versicherungskennzeichen. Verlieren können Sie trotzdem Ihre Pkw-Fahrerlaubnis: Bei einer Straftat nach § 316 StGB entzieht das Gericht die Fahrerlaubnis insgesamt, unabhängig davon, mit welchem Kraftfahrzeug die Tat begangen wurde.
Ja. Wer den Roller schiebt, führt kein Fahrzeug. Sobald Sie aber aufsteigen und Gas geben – auch nur wenige Meter –, führen Sie ein Kraftfahrzeug.
Die Fahrt ist eine Straftat nach § 316 StGB (Geldstrafe, in der Regel keine gerichtliche Entziehung der Fahrerlaubnis, ein Fahrverbot als Nebenstrafe ist möglich). Die Fahrerlaubnisbehörde ordnet daraufhin meist eine MPU an; wer sie nicht besteht oder nicht antritt, verliert die Fahrerlaubnis. Details: 1,6 Promille.
Seit 2024 gilt ein THC-Grenzwert von 3,5 ng/ml (§ 24a StVG) mit denselben Sanktionen wie bei 0,5 Promille; bei Mischkonsum von Alkohol und Cannabis verdoppelt sich das Bußgeld. Mehr: Cannabis am Steuer und Cannabis: erlaubte Mengen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ist keine Rechtsberatung; JUSORA erbringt keine Rechtsdienstleistungen. Tagessatz- und Sperrfrist-Angaben sind Erfahrungswerte, das Gericht entscheidet im Einzelfall. Über JUSORA erhalten Sie zu Ihrem Fall eine kostenlose Ersteinschätzung durch unseren Partneranwalt.
Rechtliche Probleme können verunsichern und viele Fragen aufwerfen. Bei JUSORA bemühen wir uns, diese Themen so aufzubereiten, dass sie greifbarer werden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, das eigene Anliegen direkt an spezialisierte Expertinnen und Experten heranzutragen.
Mehr über JUSORA
In unserem Ratgeber finden Sie aktuelle Informationen und praktische Rechtstipps aus zahlreichen Rechtsgebieten. Verständlich aufbereitet und regelmäßig aktualisiert.
Zum Rechtsratgeber