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Strafrecht: Vorladung, Ermittlungsverfahren, Strafen und Verteidigung

Rechtsanwalt Andreas Junge
Fachlich geprüft & verifiziert
Fachanwalt für Strafrecht

Kurz gesagt: Ein Strafverfahren beginnt mit einem Anfangsverdacht – Anzeige, Kontrolle, Auswertung – und endet mit Einstellung, Strafbefehl oder Anklage. In jeder Phase gilt dieselbe Regel: keine Aussage ohne Akteneinsicht. Einer polizeilichen Vorladung müssen Sie nicht folgen, bei Staatsanwaltschaft und Gericht müssen Sie erscheinen, aussagen nie. Geldstrafen werden in Tagessätzen berechnet (ein Dreißigstel des Nettoeinkommens); ab 91 Tagessätzen steht die Verurteilung im Führungszeugnis, Freiheitsstrafen bis zwei Jahre können zur Bewährung ausgesetzt werden. Gegen Strafbefehl und Bußgeldbescheid laufen zwei Wochen Einspruchsfrist. Was für Ihren Vorwurf gilt – Verkehr, Cannabis, Steuern, Wirtschaft – steht in den verlinkten Themen.

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Was das Strafrecht regelt – und wann Sie es betrifft

Das Strafrecht bestimmt, welches Verhalten der Staat mit Strafe belegt und wie ein Verfahren abläuft, das diese Strafe verhängt. Die Tatbestände stehen im Strafgesetzbuch und in Nebengesetzen – der Abgabenordnung für Steuerdelikte, dem Konsumcannabisgesetz und dem Betäubungsmittelgesetz für Drogen, dem Straßenverkehrsgesetz für Verkehrsdelikte –, das Verfahren in der Strafprozessordnung. Zwei Prinzipien prägen alles: Die Staatsanwaltschaft muss ermitteln, sobald ein Anfangsverdacht besteht (Legalitätsprinzip), und der Beschuldigte muss nichts zu seiner Überführung beitragen (nemo tenetur). Für Sie wird das Strafrecht praktisch relevant, wenn Sie Post bekommen: eine Vorladung als Beschuldigter, einen Anhörungsbogen, eine Mitteilung über die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens, einen Durchsuchungsbeschluss, einen Strafbefehl oder eine Anklageschrift. Jedes dieser Schreiben steht für eine andere Phase des Verfahrens – und für jede gibt es eine richtige und mehrere falsche Reaktionen.

Anders als im Zivilrecht geht es dabei nicht um Geld zwischen Privaten, sondern um Sanktionen des Staates: Geldstrafe, Freiheitsstrafe, Nebenfolgen wie die Entziehung der Fahrerlaubnis, das Berufsverbot oder die Einziehung von Vermögen – und um die Einträge im Bundeszentralregister und Führungszeugnis, die eine Verurteilung nach sich zieht. Der Unterschied zur Ordnungswidrigkeit ist deshalb nicht nur die Höhe des Betrags: Ein Bußgeld wird gezahlt und ist vergessen, eine Strafe bleibt im Register.

Das Strafverfahren in fünf Schritten

Vom ersten Verdacht bis zum rechtskräftigen Abschluss folgt jedes Verfahren demselben Muster – und an jeder Stelle kann es enden:

1
ErmittlungsverfahrenPolizei und Staatsanwaltschaft sammeln Beweise: Zeugen, Unterlagen, Auswertungen, Durchsuchung, Vernehmung. Sie sind Beschuldigter mit Schweigerecht. Hier entscheidet sich der Ausgang – über die Akteneinsicht des Verteidigers und die Frage, ob und was Sie erklären. Zu Vorladung und Vernehmung: Vorladung als Beschuldigter.
2
Abschluss durch die StaatsanwaltschaftEinstellung mangels Tatverdachts (§ 170 Abs. 2 StPO), Einstellung wegen Geringfügigkeit (§ 153) oder gegen Auflage (§ 153a) – ohne Verurteilung, ohne Eintrag –, Antrag auf Strafbefehl oder Anklage. Die meisten Verfahren enden in dieser Phase, viele davon mit einer Einstellung.
3
Strafbefehl oder AnklageDer Strafbefehl ist ein schriftliches Urteil ohne Verhandlung, gegen das zwei Wochen Einspruch möglich ist; die Anklage führt ins Zwischenverfahren, in dem das Gericht über die Eröffnung entscheidet – auch hier kann noch eingestellt werden.
4
HauptverhandlungÖffentliche Verhandlung vor dem Amtsgericht (Strafrichter oder Schöffengericht) oder dem Landgericht. Beweisaufnahme, Plädoyers, Urteil: Freispruch, Geldstrafe, Freiheitsstrafe mit oder ohne Bewährung. Details: Ablauf des Strafverfahrens.
5
RechtsmittelBerufung (neue Verhandlung vor dem Landgericht) oder Revision (Rechtsfehlerprüfung), jeweils binnen einer Woche nach dem Urteil. Danach Rechtskraft – Vollstreckung, Registereintrag, Führungszeugnis.

Post von Polizei, Staatsanwaltschaft oder Gericht: Was jetzt zu tun ist

Das Schreiben, das im Briefkasten liegt, sagt Ihnen, wo im Verfahren Sie stehen – und welche Frist läuft:

Vorladung
Polizeiliche Vorladung als Beschuldigter: keine Pflicht zu erscheinen, keine Pflicht auszusagen. Schriftlich absagen, Verteidiger beauftragen, Akteneinsicht abwarten. Bei Ladung durch Staatsanwaltschaft oder Gericht: erscheinen, aber schweigen. Mehr zur Vorladung →
Anhörungsbogen
Schriftliche Anhörung: Angaben zur Person sind Pflicht, Angaben zur Sache nicht. Der Bogen muss nicht zurückgeschickt werden. Was Sie hier schreiben, steht in der Akte – und lässt sich nicht mehr zurücknehmen. Im Bußgeldverfahren: Anhörung im Bußgeldverfahren →
Durchsuchung
Durchsuchungsbeschluss: Beschluss vorzeigen lassen, Durchsuchung dulden, nichts freiwillig herausgeben, keine PIN nennen, keine Angaben machen, Verteidiger anrufen. Sichergestellte Gegenstände auf dem Protokoll prüfen; der Herausgabe kann widersprochen werden. Bei Steuer und Zoll: Zollfahndung →
Strafbefehl
Zwei Wochen Einspruchsfrist ab Zustellung. Ohne Einspruch wird der Strafbefehl zum rechtskräftigen Urteil – mit Tagessätzen, gegebenenfalls Fahrerlaubnisentzug und Eintrag. Der Einspruch kann auf die Rechtsfolgen beschränkt werden, etwa um die Tagessatzhöhe oder die Zahl unter 90 zu drücken.
Anklage
Anklageschrift: Das Gericht fordert Sie auf, binnen einer Frist Einwendungen gegen die Eröffnung zu erheben. Jetzt ist der letzte Moment für Einstellungsanträge und die Vorbereitung der Hauptverhandlung – ohne Verteidiger sollte hier niemand mehr gehen.

Ihre Rechte als Beschuldigter

Die Strafprozessordnung gibt Beschuldigten Rechte, die im Ermittlungsverfahren mehr wert sind als jede Erklärung – wenn man sie kennt und nutzt. Schweigen: Sie müssen sich nicht selbst belasten (§ 136 Abs. 1 StPO); vollständiges Schweigen darf nicht gegen Sie gewertet werden – teilweises Schweigen dagegen schon, deshalb entweder ganz oder nach Beratung. Verteidiger: Sie dürfen in jeder Lage des Verfahrens einen Verteidiger hinzuziehen (§ 137 StPO); bei notwendiger Verteidigung – drohende Freiheitsstrafe über einem Jahr, Untersuchungshaft, Landgericht – wird ein Pflichtverteidiger beigeordnet (§ 140 StPO). Akteneinsicht: Der Verteidiger erhält die vollständige Akte (§ 147 StPO); Sie selbst in der Regel nicht. Belehrung: Vor der ersten Vernehmung muss man Sie über Vorwurf und Rechte belehren, sonst ist die Aussage unverwertbar. Dolmetscher: kostenlos, wenn Sie die deutsche Sprache nicht ausreichend beherrschen (§ 187 GVG). Und gegenüber der Polizei gilt: Personalien angeben, sonst nichts – auch nicht "nur kurz am Telefon".

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Strafen: Tagessätze, Freiheitsstrafe, Bewährung und Führungszeugnis

Die Geldstrafe wird in Tagessätzen verhängt (§ 40 StGB): Die Zahl – 5 bis 360 – bemisst die Schuld, die Höhe eines Tagessatzes das Nettoeinkommen, ein Dreißigstel des Monatsnetto. Bei 3.000 € netto sind 60 Tagessätze 6.000 €, bei 6.000 € netto 12.000 €. Wer nicht zahlen kann, erhält Ratenzahlung oder verbüßt Ersatzfreiheitsstrafe – seit 2024 entsprechen zwei Tagessätze einem Hafttag. Die Freiheitsstrafe beginnt bei einem Monat; bis zwei Jahre kann sie zur Bewährung ausgesetzt werden (§ 56 StGB), bis ein Jahr in der Regel, darüber bei besonderen Umständen. Bewährung heißt: Die Strafe wird nicht vollstreckt, solange Sie in der Bewährungszeit (zwei bis fünf Jahre) nicht erneut straffällig werden und Auflagen erfüllen. Und das Führungszeugnis: Bei einer ersten Verurteilung erscheint nur, was über 90 Tagessätze oder über drei Monate Freiheitsstrafe liegt; alles darunter steht zwar im Bundeszentralregister, nicht aber im Zeugnis, das Arbeitgeber sehen. Genau deshalb ist die Grenze von 90 Tagessätzen in vielen Verfahren das eigentliche Verhandlungsziel.

SanktionBedeutungFührungszeugnis
Einstellung (§§ 153, 153a, 170 Abs. 2 StPO)keine Verurteilung; bei § 153a Geldauflagekein Eintrag
Geldstrafe bis 90 TagessätzeTagessatz = Netto ÷ 30; Ratenzahlung möglichkein Eintrag (bei erster Verurteilung)
Geldstrafe ab 91 Tagessätzengilt umgangssprachlich als "vorbestraft"Eintrag
Freiheitsstrafe bis 2 JahreAussetzung zur Bewährung möglich (§ 56 StGB)Eintrag (bis 3 Monate: kein Eintrag bei Ersttat)
Freiheitsstrafe über 2 JahreVollzug; Halbstrafe/Zweidrittel-Entlassung möglichEintrag

Rechtsgebiete und Delikte: Wo die Verteidigung ansetzt

Jeder Vorwurf hat seine eigenen Schwellen, Fristen und Angriffspunkte. Die Themen, die wir mit unserem Partneranwalt im Detail aufbereitet haben:

Verkehr
Alkohol und Drogen am Steuer, Unfallflucht, Fahren ohne Fahrerlaubnis, illegale Rennen. Hier geht es um Blutentnahme, Rückrechnung, Fahreridentifizierung – und um die Fahrerlaubnis, die oft mehr wiegt als die Geldstrafe. Promille am Steuer nach Wert · THC am Steuer nach ng/ml · Unfallflucht § 142 StGB · Ersteinschätzung Verkehrsstrafrecht
Cannabis / BtM
Besitz, Anbau, Weitergabe, Handel. Seit dem KCanG entscheidet die Menge: 25 Gramm unterwegs, 50 zu Hause, darüber Ordnungswidrigkeit oder Straftat – und die "nicht geringe Menge" von 7,5 Gramm THC hängt am Gutachten. Bei anderen Betäubungsmitteln gilt weiter das BtMG mit deutlich schärferen Strafrahmen. Cannabis: Strafe nach Grammzahl
Steuer
Steuerhinterziehung, leichtfertige Steuerverkürzung, Selbstanzeige. Die Strafzumessung folgt dem Betrag: bis 50.000 € meist Geldstrafe, ab 100.000 € Freiheitsstrafe zur Bewährung, ab 1 Mio. € Haft ohne Bewährung als Regel. Die Selbstanzeige ist der Weg zur Straffreiheit – solange die Tat nicht entdeckt ist. Steuerhinterziehung: Ratgeber und Strafe nach Betrag · § 370 AO · Zollfahndung
Wirtschaft
Betrug, Untreue, Geldwäsche, Insolvenzverschleppung, Schwarzarbeit, Insiderhandel. Verfahren gegen Geschäftsführer, Selbstständige und Freiberufler – oft nach Durchsuchung, Kontoauswertung oder Verdachtsmeldung der Bank. Zentrale Fragen: Vorsatz gegen Leichtfertigkeit, Schadenshöhe, Vermögensabschöpfung. Geldwäsche · Untreue · Insolvenzverschleppung · Insiderhandel · Schwarzarbeit · Compliance
Person
Körperverletzung, Beleidigung, Bedrohung, Nötigung, Sexualdelikte. Meist Aussage gegen Aussage – die frühe Einlassung ist hier der gefährlichste Fehler, die Akteneinsicht der wichtigste Schritt. Bei Antragsdelikten kann ein fehlender oder verspäteter Strafantrag das Verfahren beenden; bei Sexualvorwürfen gilt ohne Ausnahme: keine Kontaktaufnahme, keine Erklärung, sofort Verteidiger.

Verjährung: Wann ein Verfahren nicht mehr möglich ist

Straftaten verjähren nach § 78 StGB gestaffelt nach der Höchststrafe: drei Jahre bei Delikten mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe (Beleidigung, einfache Fälle), fünf Jahre bei bis zu fünf Jahren Höchststrafe (Körperverletzung, Diebstahl, Betrug, einfache Steuerhinterziehung, Trunkenheitsfahrt), zehn Jahre bei bis zu zehn Jahren (gefährliche Körperverletzung, schwerer Diebstahl), zwanzig Jahre darüber; Mord verjährt nie, besonders schwere Steuerhinterziehung erst nach fünfzehn Jahren (§ 376 AO). Die Frist beginnt mit Beendigung der Tat und wird durch jede Ermittlungshandlung – Vernehmung, Durchsuchungsbeschluss, Anklage – unterbrochen; sie läuft dann von vorn, längstens bis zum Doppelten der gesetzlichen Frist. Wer auf Verjährung hofft, sollte die Unterbrechungen kennen: In der Praxis verjähren Verfahren selten "weg", weil die Behörden die Fristen im Blick haben. Zum Bußgeldrecht mit seinen kurzen Fristen: Blitzer-Verjährung.

Kosten, Rechtsschutz und Pflichtverteidiger

Anwaltskosten im Strafverfahren richten sich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz oder einer Honorarvereinbarung. Für die Vertretung im Ermittlungsverfahren – Akteneinsicht, schriftliche Einlassung, Einstellungsantrag – liegen sie meist im mittleren bis oberen dreistelligen Bereich, für eine Hauptverhandlung entsprechend mehr; Wirtschafts- und Steuerstrafverfahren werden nach Aufwand abgerechnet. Endet das Verfahren mit Freispruch oder Einstellung mangels Tatverdachts, trägt die Staatskasse die notwendigen Auslagen. Die Rechtsschutzversicherung zahlt bei Fahrlässigkeitsvorwürfen in der Regel, bei Vorsatzdelikten meist nur, wenn das Verfahren nicht mit einer Verurteilung wegen Vorsatz endet – dann rückwirkend; eine Erstberatung ist häufig abgedeckt. In Fällen der notwendigen Verteidigung (§ 140 StPO) – drohende Freiheitsstrafe über einem Jahr, Untersuchungshaft, Landgericht, Unfähigkeit zur Selbstverteidigung – wird auf Antrag ein Pflichtverteidiger beigeordnet; die Kosten trägt zunächst die Staatskasse und fordert sie nur bei Verurteilung zurück. Sie dürfen den Pflichtverteidiger selbst vorschlagen.

Wann lohnt sich ein Strafverteidiger?

Bei jedem Schreiben, das Sie als Beschuldigten anspricht – und zwar bevor Sie darauf antworten. Der Verteidiger erhält die Akte, die Sie nicht sehen; er entscheidet mit Ihnen, ob geschwiegen oder erklärt wird; er stellt den Einstellungsantrag zum richtigen Zeitpunkt und verhandelt eine Auflage, bevor ein Strafbefehl ergeht; er hält Fristen und übernimmt den Kontakt zu den Behörden. Bei Vorwürfen mit Führerschein-, Berufs- oder Aufenthaltsfolgen, bei allem, was ins Führungszeugnis kommen kann, und in jedem Wirtschafts-, Steuer- oder Sexualstrafverfahren ist die Verteidigung keine Frage des "ob", sondern des "wie früh". Der erste Schritt kostet nichts: Über JUSORA erhalten Sie eine kostenlose Ersteinschätzung durch unseren Partneranwalt, bevor Sie irgendetwas entscheiden.

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Strafrechtliche Fallprüfung durch Fachanwalt Andreas Junge

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  • Geldwäsche & Betrug
  • Strafrecht
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Worum geht es bei Ihrem strafrechtlichen Vorwurf?
Geldwäsche
Betrug
Untreue / Vertrauensmissbrauch
Steuerstrafrecht
Insolvenzstraftat
Insiderhandel
Korruption / Bestechung
Sonstiges Wirtschaftsdelikt
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Welche Rolle haben Sie im Verfahren?
Beschuldigt / Angeklagt
Zeuge / Auskunftsperson
Unternehmen / Verantwortliche Person
Unsicher
Wenn in dem Schreiben z. B. „Beschuldigter“ oder „Angeklagter“ steht, wählen Sie bitte diese Option. Sind Sie unsicher, wählen Sie „Unsicher“ – wir helfen bei der Einordnung.
Welches Schreiben haben Sie als letztes erhalten?
Vorladung als Beschuldigte:r
Vorladung als Zeuge / Auskunftsperson
Anklageschrift
Strafbefehl
Ladung zur Gerichtsverhandlung
Anderes behördliches Schreiben (z. B. Einstellungsbescheid, Durchsuchungsbeschluss)
Bisher noch nichts
Wählen Sie bitte das Schreiben, das zeitlich zuletzt bei Ihnen eingegangen ist.
Gibt es schon einen Termin oder eine Frist?
Ja, es gibt einen Termin (z. B. Vernehmung, Gerichtstermin)
Ja, es gibt eine Frist im Schreiben (z. B. zur Stellungnahme)
Nein / weiß ich nicht
Diese Angabe hilft uns nur bei der Einschätzung der Dringlichkeit und wird nicht in Ihrer Anfrage gespeichert.
Haben Sie eine Rechtsschutzversicherung, die evtl. die Kosten übernehmen kann?
Ja
Nein / weiß ich nicht
Wenn Sie sich unsicher sind, wählen Sie bitte „Nein / weiß ich nicht“. Wir prüfen das später gemeinsam.
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Häufige Fragen zum Strafrecht

Muss ich zu einer Vorladung der Polizei erscheinen?

Als Beschuldigter nicht. Sie müssen weder erscheinen noch aussagen. Sagen Sie den Termin schriftlich ab und lassen Sie einen Verteidiger Akteneinsicht nehmen. Erscheinenspflicht besteht erst bei einer Ladung der Staatsanwaltschaft oder des Gerichts – aussagen müssen Sie auch dort nicht.

Was passiert nach einer Anzeige gegen mich?

Polizei und Staatsanwaltschaft prüfen, ob ein Anfangsverdacht besteht, und ermitteln: Zeugen, Beweismittel, gegebenenfalls Ihre Vernehmung. Am Ende stellt die Staatsanwaltschaft das Verfahren ein (§ 170 Abs. 2, §§ 153, 153a StPO), beantragt einen Strafbefehl oder erhebt Anklage. Zwischen Anzeige und Entscheidung vergehen oft Monate.

Wie hoch ist eine Geldstrafe?

Sie wird in Tagessätzen verhängt: Die Anzahl (5 bis 360) richtet sich nach der Schwere der Tat, die Höhe eines Tagessatzes nach dem Nettoeinkommen – ein Dreißigstel des Monatsnetto. Bei 3.000 € netto und 60 Tagessätzen sind das 6.000 €. Ab 91 Tagessätzen steht die Verurteilung im Führungszeugnis.

Wann kommt eine Verurteilung ins Führungszeugnis?

Bei einer ersten Verurteilung erst ab mehr als 90 Tagessätzen oder mehr als drei Monaten Freiheitsstrafe. Einstellungen nach §§ 153, 153a oder 170 Abs. 2 StPO erscheinen nie im Führungszeugnis. Im Bundeszentralregister wird dagegen jede Verurteilung eingetragen.

Was ist der Unterschied zwischen Strafbefehl und Anklage?

Der Strafbefehl ist ein schriftliches Urteil ohne Verhandlung, meist mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr zur Bewährung; gegen ihn ist binnen zwei Wochen Einspruch möglich. Die Anklage führt zur öffentlichen Hauptverhandlung vor dem Amts- oder Landgericht.

Zahlt die Rechtsschutzversicherung im Strafverfahren?

Bei Fahrlässigkeitsvorwürfen in der Regel ja, bei Vorsatzdelikten meist nur, wenn das Verfahren nicht mit einer Verurteilung wegen Vorsatz endet – dann rückwirkend. Eine Erstberatung ist häufig abgedeckt. Bei notwendiger Verteidigung (§ 140 StPO) wird ein Pflichtverteidiger beigeordnet, dessen Kosten zunächst die Staatskasse trägt.

Wann verjährt eine Straftat?

Nach § 78 StGB je nach Höchststrafe: drei Jahre bei Delikten mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe, fünf Jahre bis fünf Jahre Höchststrafe, zehn Jahre bis zehn Jahre, zwanzig Jahre darüber; Mord verjährt nie. Ermittlungshandlungen unterbrechen die Frist, sie beginnt dann neu.

Kann ich mich selbst verteidigen?

Rechtlich ja, außer in Fällen der notwendigen Verteidigung. Praktisch fehlt Ihnen ohne Verteidiger das Wichtigste: die vollständige Akteneinsicht. Ohne sie verteidigen Sie sich gegen einen Vorwurf, dessen Beweise Sie nicht kennen.

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Der Vorwurf steht im Schreiben – die Beweise stehen in der Akte.

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Quellen & Rechtliche Grundlagen

Hinweis: Diese Seite dient der allgemeinen Information und ist keine Rechtsberatung; JUSORA erbringt keine Rechtsdienstleistungen. Strafmaß, Fristen und Kosten hängen vom Einzelfall ab. Über JUSORA erhalten Sie zu Ihrem Verfahren eine kostenlose Ersteinschätzung durch unseren Partneranwalt.

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