Der PoliScan Speed von Vitronic ist das meistverbreitete Messgerät in unserer Blitzer-Datenbank – und damit der Blitzer, dem deutsche Autofahrer statistisch am häufigsten begegnen. Ob in der grauen Säule am Ortseingang, im Messfahrzeug am Straßenrand oder auf dem Stativ: Hinter unzähligen Anhörungsbögen steckt dieselbe Laserscanner-Technik. Genau deshalb lohnt es sich zu verstehen, wie das Gerät misst – und wo seine wunden Punkte liegen.
PoliScan Speed auf einen Blick
Das Herzstück ist ein rotierender LIDAR-Laserscanner: Er sendet unsichtbare Lichtimpulse fächerförmig über die Fahrbahn und empfängt deren Reflexionen. Aus den Laufzeiten errechnet das Gerät fortlaufend Position und Kontur jedes Fahrzeugs im Messbereich (etwa 10 bis 75 Meter vor dem Gerät) und verfolgt es über eine Wegstrecke – aus dieser Positionsfolge ergibt sich die Geschwindigkeit. Überschreitet ein Fahrzeug den eingestellten Grenzwert, löst die Kamera aus.
Auf dem Beweisfoto platziert die Software den sogenannten Auswerterahmen um das gemessene Fahrzeug. Für die Verwertbarkeit gelten strenge Regeln – etwa, dass der Rahmen das richtige Fahrzeug vollständig erfasst und keine relevanten Teile eines anderen Fahrzeugs hineinragen. Der PoliScan Speed kann mehrere Fahrzeuge und Spuren gleichzeitig überwachen, in beide Fahrtrichtungen messen und wird stationär (Säule), im Fahrzeug und auf dem Stativ eingesetzt.
Wie genau die Software aus den Laserdaten den Messwert bildet, legt der Hersteller nicht offen – und vollständige Rohmessdaten für den Einzelfall werden nicht gespeichert. Die Rechtsprechung akzeptiert das Gerät als standardisiertes Messverfahren, die Nachprüfbarkeit im Einzelfall bleibt aber der zentrale Streitpunkt.
Für das Beweisfoto gelten strenge Vorgaben: Der Rahmen muss das gemessene Fahrzeug korrekt erfassen; ragen wesentliche Teile anderer Fahrzeuge hinein oder sitzt der Rahmen falsch, ist die Zuordnung angreifbar. Gerade bei dichtem Verkehr ein häufiger Prüfpunkt.
Wie jedes Messgerät braucht der PoliScan Speed eine gültige Eichung, geschultes Personal und den Betrieb exakt nach Bedienungsanleitung (Aufstellung, Winkel, Selbsttest). Fehlt eines davon, wackelt die Messung – nachlesbar in Eichschein und Messprotokoll.
Unscharfe Aufnahmen, verdeckte Gesichter oder Zweifel an der Fahreridentität sind eigenständige Verteidigungslinien – unabhängig von der Messtechnik. Wie Sie das Foto prüfen und anfechten, zeigt unser Ratgeber Blitzerfoto anfechten.
Wichtig zur Einordnung: Die Gerichte stufen den PoliScan Speed als standardisiertes Messverfahren ein – die Messung gilt als korrekt, solange keine konkreten Anhaltspunkte für Fehler vorliegen. Genau diese Anhaltspunkte findet man nicht durch Rätselraten, sondern durch die Akteneinsicht: Eichschein, Messprotokoll, Schulungsnachweise, Falldaten. Eine kostenlose Ersteinschätzung, ob sich das in Ihrem Fall lohnt, liefert der Blitzer-Check.
– Anzeige –1.272 Messstellen mit diesem Gerät sind in unserer Datenbank erfasst – hier gruppiert nach Straßentyp (je Bereich eine Auswahl, alle weiteren über die Blitzer-Übersicht). Jede Detailseite zeigt Tempolimit, Fahrtrichtung, Bußgeld-Tabellen und die zuständige Bußgeldstelle:
Alle Angaben ohne Gewähr. Messgeräte werden von den Behörden gewechselt und Standorte auf- oder abgebaut – maßgeblich ist der Zustand vor Ort bzw. die Angabe in Ihrem Anhörungsschreiben.