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1,9 Promille am Steuer: Strafe, Fahrverbot und MPU

KI-generiertes Symbolbild 1,9 Promille am Steuer: Strafe, Fahrverbot und MPU
Verkehrsstrafrecht Alkohol
1,9 Promille am Steuer – Symbolbild
Rechtsanwalt Andreas Junge
Fachlich geprüft & verifiziert
Fachanwalt für Strafrecht

Straftat + MPU: Was bei 1,9 Promille als Ersttäter droht, welche Fehler die Messung angreifbar machen und wie Sie sich jetzt verhalten

1,9 Promille: Wo Sie rechtlich stehen

Mit 1,9 Promille ist die Fahrt eine Straftat nach § 316 StGB – und der Wert liegt über der Schwelle, ab der die Fahrerlaubnisbehörde eine MPU zwingend anordnet (§ 13 FeV). Als Ersttäter ohne Unfall sind eine Geldstrafe von 60 bis 90 Tagessätzen, die Entziehung der Fahrerlaubnis mit einer Sperrfrist von neun bis 18 Monaten und drei Punkte zu erwarten; bei Unfall oder Gefährdung anderer (§ 315c StGB) kommen Freiheitsstrafen in Betracht. Den Führerschein bekommen Sie nach der Sperre nur mit bestandener MPU zurück – und die setzt in der Regel ein Jahr belegte Abstinenz voraus.

Einstufung
Straftat + MPU
§ 316 StGB – absolute Fahruntüchtigkeit ab 1,1 ‰
Sanktion (Ersttäter)
Geldstrafe, typisch 60–90 Tagessätze
Tagessatz = Netto ÷ 30; meist per Strafbefehl
Führerschein
Fahrerlaubnisentzug, Sperre 9–18 Monate
3 Punkte in Flensburg · Sperre durch Abstinenznachweis verkürzbar
MPU
zwingend
ab 1,6 ‰ vor jeder Neuerteilung (§ 13 FeV)
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1,9 Promille in der Praxis: Was das Verfahren bringt

Bei 1,9 Promille läuft das Verfahren meist auf einen Strafbefehl hinaus – ein schriftliches Urteil ohne Verhandlung, gegen das Sie zwei Wochen Einspruch einlegen können. Darin stehen die Geldstrafe in Tagessätzen, die Entziehung der Fahrerlaubnis und die Sperrfrist. Die Tagessatzhöhe richtet sich nach Ihrem Nettoeinkommen; bei 2.500 € netto und 40 Tagessätzen sind das rund 3.300 €, bei 4.000 € netto etwa 5.300 €. Der eigentliche Verhandlungsspielraum liegt nicht in der Schuldfrage – der Wert ist der Wert –, sondern in der Sperrfrist und in der Frage, ob die Messung trägt: Rückrechnung, Nachtrunk, Anordnung der Blutentnahme, Belehrung. Ein Fachanwalt, der die Akte vor der ersten Äußerung liest, holt hier regelmäßig Monate Führerschein heraus.

Die Promillegrenzen im Überblick: Wo 1,9 Promille stehen

PromilleEinstufungSanktion (Ersttäter)PunkteFührerscheinMPU
0,3 – 0,49nur mit Ausfallerscheinungen Straftatsonst keinenein
0,5 – 1,09Ordnungswidrigkeit § 24a StVG500 € (2. Mal 1.000 €, 3. Mal 1.500 €)21 Monat Fahrverbot (Wiederholung 3 Monate)nein
1,1 – 1,59Straftat § 316 StGB (absolute Fahruntüchtigkeit)Geldstrafe, typisch 30–60 Tagessätze3Entzug, Sperre 6–12 Monatemöglich
ab 1,6Straftat § 316 StGBGeldstrafe, typisch 60–90 Tagessätze3Entzug, Sperre 9–18 Monatezwingend

Pkw, Ersttäter, ohne Unfall. Bei Gefährdung oder Unfall gilt § 315c StGB (bis zu 5 Jahre Freiheitsstrafe). Fahranfänger in der Probezeit und unter 21: 0,0 Promille (§ 24c StVG: 250 €, 1 Punkt, Aufbauseminar). Tagessatz-Angaben sind Erfahrungswerte, kein Rechtsanspruch.

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Verhalten nach der Kontrolle: Drei Regeln

Erstens: keine Aussage. Sie müssen Angaben zur Person machen, sonst nichts – nicht, wann und was Sie getrunken haben, nicht, ob Sie gefahren sind. Was Sie am Straßenrand sagen, steht später in der Akte. Zweitens: Anhörungsbogen und Strafbefehl nicht selbst beantworten. Der Anhörungsbogen muss nicht ausgefüllt werden; gegen einen Strafbefehl oder Bußgeldbescheid läuft eine zweiwöchige Frist, die der Anwalt nutzt, um Akteneinsicht zu nehmen. Drittens: die Zeit nutzen. Bei 1,9 Promille ist der Führerschein in aller Regel für Monate weg – wer sofort mit einer verkehrspsychologischen Beratung oder einem Abstinenznachweis beginnt, kann die Sperrfrist verkürzen und die MPU vorbereiten. Das ist der Teil des Verfahrens, den Sie selbst in der Hand haben. Zum Ablauf: Ablauf des Strafverfahrens und Alkohol am Steuer 2026 – der Ratgeber.

Häufige Fragen: 1,9 Promille am Steuer

Ist 1,9 Promille am Steuer eine Straftat oder eine Ordnungswidrigkeit?

Eine Straftat. Ab 1,1 Promille gilt jeder Fahrer als absolut fahruntüchtig (§ 316 StGB) – auf Ausfallerscheinungen kommt es nicht mehr an.

Welche Strafe droht bei 1,9 Promille als Ersttäter?

In der Regel eine Geldstrafe von Geldstrafe, typisch 60–90 Tagessätze, dazu Entziehung der Fahrerlaubnis mit einer Sperrfrist (typisch 9 bis 18 Monate) und 3 Punkte in Flensburg. Bei Unfall oder Gefährdung anderer (§ 315c StGB) deutlich mehr.

Muss ich bei 1,9 Promille zur MPU?

Ja. Ab 1,6 Promille ordnet die Fahrerlaubnisbehörde vor der Neuerteilung zwingend eine medizinisch-psychologische Untersuchung an (§ 13 FeV) – auch beim ersten Mal.

Wie lange bleibt 1,9 Promille in Flensburg?

Die 3 Punkte für die Straftat werden nach 10 Jahren getilgt. Die Sperrfrist selbst dauert je nach Urteil 6 Monate bis 5 Jahre.

Kann man bei 1,9 Promille etwas gegen die Messung tun?

Häufig ja. Angreifbar sind die Blutentnahme (Anordnung, Dokumentation, Zeitpunkt), die Rückrechnung auf den Fahrzeitpunkt, die Belehrung und bei Atemalkohol die Wartezeit und das Gerät. Ein Fachanwalt für Strafrecht prüft die Akte, bevor Sie sich äußern.

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Quellen & Rechtliche Grundlagen

Hinweis: Diese Seite dient der allgemeinen Information und ist keine Rechtsberatung; JUSORA erbringt keine Rechtsdienstleistungen. Tagessatz-Spannen sind Erfahrungswerte aus der Praxis; das Gericht entscheidet im Einzelfall. Über JUSORA erhalten Sie zu Ihrem Fall eine kostenlose Ersteinschätzung durch unseren Partneranwalt.




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Christian Hollmann

Autor & Gründer
Christian Hollmann ist Mitgründer von JUSORA® und seit 2005 im Aufbau von komplexen Informationsstrukturen tätig. Mit langjähriger Erfahrung in der Erstellung juristischer Fachinhalte bereitet er Rechtsthemen verständlich auf.
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