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0,9 Promille am Steuer: Strafe, Fahrverbot und MPU

KI-generiertes Symbolbild 0,9 Promille am Steuer: Strafe, Fahrverbot und MPU
Verkehrsstrafrecht Alkohol
0,9 Promille am Steuer – Symbolbild
Rechtsanwalt Andreas Junge
Fachlich geprüft & verifiziert
Fachanwalt für Strafrecht

Ordnungswidrigkeit: Was bei 0,9 Promille als Ersttäter droht, welche Fehler die Messung angreifbar machen und wie Sie sich jetzt verhalten

0,9 Promille: Wo Sie rechtlich stehen

Mit 0,9 Promille begehen Sie eine Ordnungswidrigkeit nach § 24a StVG – auch wenn Sie sich völlig sicher gefühlt haben. Beim ersten Mal: 500 € Bußgeld, zwei Punkte in Flensburg, ein Monat Fahrverbot. Beim zweiten Verstoß 1.000 € und drei Monate, beim dritten 1.500 € und drei Monate; ab dem zweiten Mal ist mit einer MPU zu rechnen. Kommen Ausfallerscheinungen hinzu – und dazu zählen die Beamten schon unsichere Fahrweise, Lallen oder einen Unfall –, wird aus der Ordnungswidrigkeit eine Straftat nach § 316 StGB mit Geldstrafe, Entziehung der Fahrerlaubnis und Sperrfrist.

Einstufung
Ordnungswidrigkeit
§ 24a StVG – ab 0,5 ‰ auch ohne Auffälligkeit
Sanktion (Ersttäter)
500 € (Ersttäter)
Bußgeldbescheid; Wiederholung 1.000 / 1.500 €
Führerschein
1 Monat Fahrverbot
2 Punkte in Flensburg
MPU
nein
bei Wiederholung: ja
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0,9 Promille in der Praxis: Was das Verfahren bringt

Bei 0,9 Promille erhalten Sie in der Regel einen Bußgeldbescheid über 500 € mit zwei Punkten und einem Monat Fahrverbot; Einspruch ist binnen zwei Wochen möglich. Entscheidend ist, was in der Akte über Ihr Fahrverhalten steht: Vermerkt der Beamte "Schlangenlinien" oder "unsichere Fahrweise", kann die Staatsanwaltschaft den Fall als Straftat nach § 316 StGB verfolgen – mit Fahrerlaubnisentzug statt Fahrverbot. Deshalb ist bei 0,9 Promille die erste Aufgabe des Verteidigers, genau diese Einstufung zu verhindern oder zu kippen. Auch der Zeitpunkt des Fahrverbots lässt sich beeinflussen: Bei Ersttätern kann es innerhalb von vier Monaten nach Rechtskraft angetreten werden.

Die Promillegrenzen im Überblick: Wo 0,9 Promille stehen

PromilleEinstufungSanktion (Ersttäter)PunkteFührerscheinMPU
0,3 – 0,49nur mit Ausfallerscheinungen Straftatsonst keinenein
0,5 – 1,09Ordnungswidrigkeit § 24a StVG500 € (2. Mal 1.000 €, 3. Mal 1.500 €)21 Monat Fahrverbot (Wiederholung 3 Monate)nein
1,1 – 1,59Straftat § 316 StGB (absolute Fahruntüchtigkeit)Geldstrafe, typisch 30–60 Tagessätze3Entzug, Sperre 6–12 Monatemöglich
ab 1,6Straftat § 316 StGBGeldstrafe, typisch 60–90 Tagessätze3Entzug, Sperre 9–18 Monatezwingend

Pkw, Ersttäter, ohne Unfall. Bei Gefährdung oder Unfall gilt § 315c StGB (bis zu 5 Jahre Freiheitsstrafe). Fahranfänger in der Probezeit und unter 21: 0,0 Promille (§ 24c StVG: 250 €, 1 Punkt, Aufbauseminar). Tagessatz-Angaben sind Erfahrungswerte, kein Rechtsanspruch.

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Verhalten nach der Kontrolle: Drei Regeln

Erstens: keine Aussage. Sie müssen Angaben zur Person machen, sonst nichts – nicht, wann und was Sie getrunken haben, nicht, ob Sie gefahren sind. Was Sie am Straßenrand sagen, steht später in der Akte. Zweitens: Anhörungsbogen und Strafbefehl nicht selbst beantworten. Der Anhörungsbogen muss nicht ausgefüllt werden; gegen einen Strafbefehl oder Bußgeldbescheid läuft eine zweiwöchige Frist, die der Anwalt nutzt, um Akteneinsicht zu nehmen. Drittens: die Zeit nutzen. Auch bei einer Ordnungswidrigkeit lohnt ein Blick in die Akte: Fehler bei der Atemalkoholmessung (Wartezeit, Doppelmessung, Eichung) sind häufig, und ein Fahrverbot lässt sich in manchen Fällen gegen eine höhere Geldbuße abwenden, wenn es beruflich existenzgefährdend wäre. Zum Ablauf: Ablauf des Strafverfahrens und Alkohol am Steuer 2026 – der Ratgeber.

Häufige Fragen: 0,9 Promille am Steuer

Ist 0,9 Promille am Steuer eine Straftat oder eine Ordnungswidrigkeit?

Ohne Ausfallerscheinungen eine Ordnungswidrigkeit nach § 24a StVG. Mit Ausfallerscheinungen wie Schlangenlinien, verzögerter Reaktion oder einem Unfall wird daraus eine Straftat nach § 316 StGB (relative Fahruntüchtigkeit).

Welche Strafe droht bei 0,9 Promille als Ersttäter?

500 € Bußgeld, 2 Punkte und 1 Monat Fahrverbot. Beim zweiten Verstoß 1.000 € und 3 Monate, beim dritten 1.500 € und 3 Monate Fahrverbot.

Muss ich bei 0,9 Promille zur MPU?

Nein, nicht bei einem einmaligen Verstoß. Bei wiederholten Alkoholverstößen ordnet die Behörde eine MPU an.

Wie lange bleibt 0,9 Promille in Flensburg?

Die 2 Punkte für die Ordnungswidrigkeit werden nach 5 Jahren getilgt.

Kann man bei 0,9 Promille etwas gegen die Messung tun?

Häufig ja. Angreifbar sind die Blutentnahme (Anordnung, Dokumentation, Zeitpunkt), die Rückrechnung auf den Fahrzeitpunkt, die Belehrung und bei Atemalkohol die Wartezeit und das Gerät. Ein Fachanwalt für Strafrecht prüft die Akte, bevor Sie sich äußern.

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Quellen & Rechtliche Grundlagen

Hinweis: Diese Seite dient der allgemeinen Information und ist keine Rechtsberatung; JUSORA erbringt keine Rechtsdienstleistungen. Tagessatz-Spannen sind Erfahrungswerte aus der Praxis; das Gericht entscheidet im Einzelfall. Über JUSORA erhalten Sie zu Ihrem Fall eine kostenlose Ersteinschätzung durch unseren Partneranwalt.




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Christian Hollmann

Autor & Gründer
Christian Hollmann ist Mitgründer von JUSORA® und seit 2005 im Aufbau von komplexen Informationsstrukturen tätig. Mit langjähriger Erfahrung in der Erstellung juristischer Fachinhalte bereitet er Rechtsthemen verständlich auf.
Fachliche Prüfung: Rechtsanwalt Andreas Junge hat die Inhalte dieser Seite fachlich geprüft. Er unterstützt JUSORA® mit seiner Expertise zu strafrechtlichen Themen in diesem Beitrag.

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