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Kündigungsfrist nach 23 Jahren Betriebszugehörigkeit

KI-generiertes Symbolbild Kündigungsfrist nach 23 Jahren Betriebszugehörigkeit
Arbeitsrecht Kündigungsfrist
Rechtsanwalt Nichant Makar
Fachlich geprüft & verifiziert
Rechtsanwalt für Arbeitsrecht · Kanzlei CleverLaw

Kurz gesagt: Nach 23 Jahren gilt für Ihren Arbeitgeber 7 Monate zum Monatsende, für Sie meist 4 Wochen. Klagen können Sie nur binnen drei Wochen.

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Nach 23 Jahren gekündigt? Ihre Treue zählt.

Für Ihren Arbeitgeber gelten 7 Monate zum Monatsende. Ob die Frist stimmt – und ob die Kündigung selbst Fehler hat: fehlende Betriebsratsanhörung, falsche Sozialauswahl oder keine Originalunterschrift. Gerade nach langer Betriebszugehörigkeit kann schon ein Fehler die Kündigung unwirksam machen – Ihr Hebel für eine höhere Abfindung. Handeln Sie innerhalb der 3-Wochen-Frist.Fehlende Betriebsratsanhörung oder falsche Sozialauswahl: Nach so langer Zeit Ihr Hebel für eine höhere Abfindung.

Kündigung einschätzen lassen

Kündigungsfrist nach 23 Jahren: Was gilt

Nach 23 Jahre Betriebszugehörigkeit muss Ihr Arbeitgeber bei einer ordentlichen Kündigung eine Frist von 7 Monate zum Monatsende einhalten (§ 622 Abs. 2 BGB). Für Ihre eigene Kündigung gilt dagegen die Grundfrist von vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende (§ 622 Abs. 1 BGB) – es sei denn, Ihr Arbeits- oder Tarifvertrag verlängert sie. Konkret: Geht Ihnen die Kündigung heute, am 31. Oktober 2026, zu, endet das Arbeitsverhältnis am 31. Mai 2027; kündigen Sie selbst heute, am 30. November 2026. Sie haben die längste gesetzliche Frist erreicht; mehr gibt es nur per Vertrag oder Tarif.

Frist des Arbeitgebers
7 Monate zum Monatsende
§ 622 Abs. 2 BGB nach 23 Jahren Betriebszugehörigkeit
Ihre eigene Frist
4 Wochen
zum 15. oder zum Monatsende (§ 622 Abs. 1 BGB) – sofern vertraglich nicht verlängert
Beispiel: Zugang heute
31. Mai 2027
Ende bei Kündigung durch den Arbeitgeber, Zugang am 31. Oktober 2026
Klagefrist
3 Wochen
ab Zugang (§ 4 KSchG) – unabhängig von der Kündigungsfrist

Warum die Frist nach 23 Jahren mehr ist als ein Datum

Die Kündigungsfrist bestimmt nicht nur, wie lange Sie noch Gehalt bekommen. Sie ist eine der häufigsten Fehlerquellen in Kündigungsschreiben – und damit ein Angriffspunkt. Nach 23 Jahren gilt mit 7 Monate zum Monatsende eine der langen Fristen des Gesetzes. Für den Arbeitgeber bedeutet das ein erhebliches Risiko: Scheitert die Kündigung vor Gericht, sind neben der Frist auch die Prozessmonate zu bezahlen. Viele Tarifverträge schließen die ordentliche Kündigung in dieser Phase zudem ganz aus – prüfen Sie zuerst, ob Sie tariflich unkündbar sind. Eine zu kurz bemessene Frist macht die Kündigung nicht unwirksam, verschiebt aber das Ende auf den nächstzulässigen Termin – und zeigt dem Gericht, dass der Arbeitgeber die Regeln nicht kennt. In der Abfindungsverhandlung ist das bares Geld: Welche Abfindung nach 23 Jahren als Orientierung gilt, lesen Sie auf der Seite Abfindung nach 23 Jahren.

Die Fristentreppe: Wo 23 Jahren stehen

BetriebszugehörigkeitKündigungsfrist des ArbeitgebersIhre KündigungsfristRegelabfindung (Faustformel)
unter 2 Jahre4 Wochen zum 15. oder zum Monatsende4 Wochen zum 15. oder Monatsende0,5 Gehälter
ab 2 Jahre1 Monat zum Monatsende4 Wochen zum 15. oder Monatsende1 Gehalt
ab 5 Jahre2 Monate zum Monatsende4 Wochen zum 15. oder Monatsende2,5 Gehälter
ab 8 Jahre3 Monate zum Monatsende4 Wochen zum 15. oder Monatsende4 Gehälter
ab 10 Jahre4 Monate zum Monatsende4 Wochen zum 15. oder Monatsende5 Gehälter
ab 12 Jahre5 Monate zum Monatsende4 Wochen zum 15. oder Monatsende6 Gehälter
ab 15 Jahre6 Monate zum Monatsende4 Wochen zum 15. oder Monatsende7,5 Gehälter
ab 20 Jahre7 Monate zum Monatsende4 Wochen zum 15. oder Monatsende10 Gehälter

Ihre Stufe ist markiert. Fristen für die Kündigung durch den Arbeitgeber nach § 622 Abs. 2 BGB; Regelabfindung als Orientierung (§ 1a KSchG), kein Rechtsanspruch.

Datumsrechner: Ende bei Zugang an einem beliebigen Tag

Die Betriebszugehörigkeit ist auf 23 Jahre festgelegt – wählen Sie das Zugangsdatum Ihrer Kündigung.

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Abweichungen, die nach 23 Jahren eine Rolle spielen

Arbeitsvertrag: Längere Fristen sind zulässig und bei längerer Zugehörigkeit häufig – etwa drei Monate zum Quartalsende. Steht in Ihrem Vertrag "es gelten die gesetzlichen Fristen", greift die Treppe des § 622 Abs. 2 BGB, also nach 23 Jahren: 7 Monate zum Monatsende. Für Ihre eigene Kündigung darf der Vertrag keine längere Frist vorsehen als für den Arbeitgeber (§ 622 Abs. 6 BGB); eine Klausel, nach der die verlängerten Arbeitgeberfristen "für beide Seiten" gelten, ist dagegen wirksam – dann müssten auch Sie 7 Monate zum Monatsende einhalten. Tarifvertrag: Tarifverträge dürfen die gesetzlichen Fristen verkürzen (§ 622 Abs. 4 BGB), sehen aber häufiger längere Fristen vor – und nach 23 Jahren in vielen Branchen den Ausschluss der ordentlichen Kündigung, meist gekoppelt an ein Mindestalter von 50 bis 55 Jahren. Außerordentliche Kündigung: Bei einem wichtigen Grund kann fristlos gekündigt werden (§ 626 BGB); die lange Frist nach 23 Jahren schützt davor nicht, wohl aber die Zwei-Wochen-Frist, innerhalb derer der Arbeitgeber nach Kenntnis des Grundes kündigen muss, und die strengen Anforderungen der Gerichte. Freistellung: Nach 23 Jahren mit 7 Monate zum Monatsende Frist stellen Arbeitgeber häufig frei – unter Anrechnung des Resturlaubs und mit vollem Gehalt; das ist auch ein typischer Baustein eines Vergleichs.

Kündigungsfrist und Abfindung nach 23 Jahren

Frist und Abfindung hängen zusammen: Je länger die Frist, desto teurer wird für den Arbeitgeber eine Kündigung, die vor Gericht scheitert – denn dann besteht das Arbeitsverhältnis fort und er zahlt Gehalt für die Frist plus Prozessdauer (§ 615 BGB). Nach 23 Jahren mit 7 Monate zum Monatsende ist dieses Risiko erheblich. Genau dieses Risiko ist Ihr Verhandlungskapital: Als Orientierung für die Abfindung gilt ein halbes Bruttomonatsgehalt pro Beschäftigungsjahr, nach 23 Jahren also 11,5 Monatsgehälter – bei angreifbarer Kündigung deutlich mehr. Die Zahlen für Ihre Dauer, eine Tabelle nach Gehalt und die Verhandlungsstrategie finden Sie auf der Seite Abfindung nach 23 Jahren Betriebszugehörigkeit; wie viel von einer Abfindung netto bleibt, auf den Seiten zur Abfindung nach Betrag.

Häufige Fragen: Kündigungsfrist nach 23 Jahren

Wie lang ist die Kündigungsfrist nach 23 Jahren Betriebszugehörigkeit?

Für die Kündigung durch den Arbeitgeber gilt nach § 622 Abs. 2 BGB eine Frist von 7 Monate zum Monatsende. Für Ihre eigene Kündigung gilt die Grundfrist von vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende (§ 622 Abs. 1 BGB), sofern der Arbeitsvertrag nichts anderes vorsieht.

Wann endet das Arbeitsverhältnis, wenn die Kündigung heute zugeht?

Bei Zugang am 31. Oktober 2026 endet das Arbeitsverhältnis nach 23 Jahren Betriebszugehörigkeit am 31. Mai 2027. Maßgeblich ist der Zugang des Schreibens, nicht das Datum darauf.

Kann der Arbeitsvertrag eine andere Frist vorsehen?

Ja, längere Fristen sind erlaubt. Für die Kündigung durch den Arbeitnehmer darf vertraglich keine längere Frist gelten als für die Kündigung durch den Arbeitgeber (§ 622 Abs. 6 BGB). Tarifverträge können auch kürzere Fristen regeln; in Kleinbetrieben bis 20 Beschäftigte kann eine Frist von vier Wochen ohne festen Termin vereinbart werden (§ 622 Abs. 5 BGB).

Was passiert, wenn der Arbeitgeber mit zu kurzer Frist kündigt?

Die Kündigung ist nicht unwirksam, sondern gilt in der Regel zum nächstzulässigen Termin. Sie behalten Anspruch auf Gehalt bis zum richtigen Ende – und die falsche Frist ist ein Argument in der Abfindungsverhandlung. Gegen die Kündigung selbst müssen Sie trotzdem innerhalb von drei Wochen Klage erheben.

Zählen Zeiten vor dem 25. Lebensjahr mit?

Ja. Die frühere Regel, dass Beschäftigungszeiten vor dem 25. Geburtstag nicht zählen, ist seit dem Urteil des EuGH von 2010 (Kücükdeveci) nicht mehr anwendbar. Die gesamte Betriebszugehörigkeit zählt.

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Quellen & Rechtliche Grundlagen

Hinweis: Diese Seite dient der allgemeinen Information und ist keine Rechtsberatung; JUSORA erbringt keine Rechtsdienstleistungen. Die berechneten Daten beruhen auf den gesetzlichen Fristen – vertragliche oder tarifliche Regelungen können abweichen. Über JUSORA erhalten Sie zu Ihrem Fall eine kostenlose Ersteinschätzung durch unseren Partneranwalt.





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